Homestaging: Was ist das?
Homestaging entscheidet oft mit, wie schnell und zu welchem Preis eine Immobilie verkauft wird. Dieser Ratgeber erklärt, was Homestaging genau bedeutet, was es kostet und für wen sich der Aufwand lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Homestaging bedeutet die gezielte Möblierung und Inszenierung einer Immobilie für den Verkauf
- Die Kosten liegen üblicherweise bei ca. 1 bis 3 Prozent des angestrebten Verkaufspreises
- Fachlich begleitet wird die Branche in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR)
- Studien und Markterfahrungen deuten auf kürzere Vermarktungszeiten und teils höhere Verkaufspreise hin
- Nicht jede Immobilie profitiert gleich stark, bei sehr günstigen Objekten steht der Aufwand oft in keinem guten Verhältnis zum Nutzen
Was ist Homestaging?
Homestaging Bedeutung: Der Begriff beschreibt die professionelle Möblierung und Gestaltung einer Wohnimmobilie mit dem Ziel, sie für den Verkauf oder die Vermietung optisch aufzuwerten. Man kann es sich als Bühnenbild für eine Immobilie vorstellen: Räume werden neutral, aufgeräumt und einladend inszeniert, damit sich Interessenten leichter vorstellen können, dort zu wohnen.
Anders als eine Renovierung verändert Homestaging die Bausubstanz nicht. Es geht um Möbel, Licht, Farben und Dekoration, meist mit Leihmobiliar. Bei bewohnten Immobilien beschränkt sich die Maßnahme oft auf das Entpersonalisieren und Neuordnen vorhandener Einrichtung.
Wie läuft Homestaging ab?
Ein typischer Ablauf gliedert sich in wenige, klar abgrenzbare Schritte:
- Begehung der Immobilie und Einschätzung des Potenzials
- Entrümpelung und Entpersonalisierung der Räume
- Kleinere kosmetische Maßnahmen wie Wandanstrich oder Reparaturen
- Möblierung mit neutralen, hellen Leihmöbeln und Accessoires
- Professionelle Fotos der inszenierten Räume für Exposé und Online-Portale
Bei kleineren Wohnungen dauert die Umsetzung meist wenige Tage, bei größeren Häusern oder stark renovierungsbedürftigen Objekten kann sie sich auf ein bis zwei Wochen ausdehnen. Unser Tipp: Wer einen Hausverkauf in Braunschweig oder in der Region plant, sollte diesen Zeitbedarf bereits bei der Terminierung der ersten Besichtigungen einplanen.
Was kostet Homestaging 2026?
Professionelles Homestaging kostet üblicherweise ca. 1 bis 3 Prozent des angestrebten Verkaufspreises. Die genaue Höhe hängt vom Zustand der Immobilie, der Möblierungsdauer und dem Umfang der Maßnahmen ab.
| Angestrebter Verkaufspreis | Ca. Kosten Homestaging (1–3 %) |
|---|---|
| 250.000 € | ca. 2.500 € bis 7.500 € |
| 400.000 € | ca. 4.000 € bis 12.000 € |
| 600.000 € | ca. 6.000 € bis 18.000 € |
Die Tabelle zeigt ein Rechenbeispiel, keine feste Preisgarantie. Um den Verkaufspreis realistisch einzuschätzen, auf dessen Basis sich auch die Staging-Kosten berechnen, lohnt sich vorab unsere fundierte Immobilienbewertung in Braunschweig oder der Umgebung.
Welche Wirkung hat Homestaging auf Preis und Verkaufsdauer?
Belastbare Zahlen stammen vor allem aus internationalen Erhebungen. Der 2019 Profile of Home Staging Report der National Association of REALTORS® zeigte, dass 22 Prozent der befragten Verkäufermakler bei gestagten Immobilien einen Anstieg des Angebotspreises um 1 bis 5 Prozent beobachteten, weitere 17 Prozent einen Anstieg um 6 bis 10 Prozent. 53 Prozent berichteten zudem von einer kürzeren Vermarktungsdauer. Für den deutschen Markt liegen keine vergleichbar großen, unabhängigen Studien vor.
In Deutschland vertritt die 2010 gegründete Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) die Branche und kooperiert mit dem Immobilienverband Deutschland IVD. „Homestaging“ ist hierzulande keine geschützte Berufsbezeichnung, eine DGHR-Mitgliedschaft ist daher ein guter Anhaltspunkt bei der Anbieterwahl.
„In der Praxis sehen wir, dass leerstehende oder stark persönlich eingerichtete Immobilien bei Besichtigungen oft schwerer vermittelbar sind. Eine neutrale, freundliche Inszenierung nimmt vielen Interessenten diese Hürde“, erklärt Stefan Bernick-Schulze, Geschäftsführer der Immobilienbotschaft.
Vor- und Nachteile von Homestaging
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Räume wirken auf Fotos und bei Besichtigungen ansprechender | Zusätzliche Kosten, die sich nicht in jedem Fall auszahlen |
| Interessenten können sich das Wohnen leichter vorstellen | Bei falscher Umsetzung wirkt die Einrichtung aufgesetzt (Overstaging) |
| Kann die Vermarktungsdauer verkürzen | Zeitlicher Vorlauf für Möblierung und Rückbau nötig |
| Neutralisiert sehr persönliche oder unaufgeräumte Räume | Bei sehr günstigen Objekten steht der Aufwand oft in keinem guten Verhältnis zum Nutzen |
Gerade bei länger leerstehenden Objekten, wie wir sie beispielsweise als Immobilien Makler in Salzgitter häufiger begleiten, macht sich der Vorteil einer neutralen Inszenierung oft besonders deutlich bemerkbar.
Für wen lohnt sich Homestaging – und wann nicht?
Homestaging lohnt sich besonders bei leerstehenden Immobilien, bei stark individuell eingerichteten Objekten und in Preissegmenten, in denen Käufer eine gepflegte Präsentation erwarten. Bei sehr niedrigen Verkaufspreisen oder Objekten, die ohnehin schnell einen Interessenten finden, steht der finanzielle und zeitliche Aufwand oft in keinem guten Verhältnis zum Nutzen.
Ob sich Homestaging im individuellen Fall rechnet, lässt sich am besten gemeinsam mit uns einschätzen. Als erfahrener Immobilienmakler aus Braunschweig kennen wir die lokale Nachfrage und das jeweilige Preissegment genau.
Häufige Fragen zu Homestaging
Kann ich die Kosten für Homestaging steuerlich absetzen?
Bei einer vermieteten Immobilie lassen sich die Kosten für Homestaging in der Regel als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ansetzen. Beim Verkauf der selbst genutzten Immobilie ist ein steuerlicher Abzug dagegen normalerweise nicht möglich, da es sich um private Veräußerungskosten handelt. Ob und in welcher Höhe eine Anrechnung im Einzelfall möglich ist, hängt von der konkreten Nutzung der Immobilie und der persönlichen Steuersituation ab. Eine verbindliche Einschätzung dazu kann nur ein Steuerberater geben.
Wie lange bleiben die Möbel bei einer Homestaging-Maßnahme in der Immobilie?
Die Leihmöbel bleiben üblicherweise so lange in der Immobilie, bis ein Käufer gefunden ist oder ein zuvor vereinbarter Mietzeitraum endet. Anbieter kalkulieren häufig mit einem Grundzeitraum von einigen Wochen bis wenigen Monaten, der bei Bedarf gegen einen Aufschlag verlängert werden kann. Verkauft sich die Immobilie schneller als geplant, endet die Möblierung entsprechend früher und reduziert damit auch die Gesamtkosten. Bei sehr langen Vermarktungszeiten steigen die Kosten dagegen mit jeder zusätzlichen Woche.
Lohnt sich Homestaging auch bei der Vermietung einer Wohnung?
Homestaging kann auch bei der Vermietung sinnvoll sein, vor allem in Regionen mit hoher Konkurrenz um Mietobjekte. Anders als beim Verkauf steht hier meist nicht ein höherer Preis im Vordergrund, sondern eine schnellere Vermietung und weniger Leerstand. Gerade bei möblierten oder teilmöblierten Wohnungen kann eine neutrale, hochwertige Ausstattung die Vermarktungsdauer verkürzen. Bei langfristig vermieteten, unmöblierten Wohnungen ist der Effekt in der Regel geringer, da hier andere Faktoren wie Lage und Mietpreis stärker ins Gewicht fallen.
Kann ich Homestaging auch selbst umsetzen, ohne professionellen Anbieter?
Einfache Maßnahmen wie Entrümpeln, Aufräumen, neutrale Wandfarben oder das Entfernen persönlicher Gegenstände lassen sich ohne professionelle Unterstützung umsetzen. Für die Möblierung leerstehender Räume mit passenden Leihmöbeln, die Raumwirkung und die professionelle Fotografie fehlt Privatpersonen häufig die Erfahrung und das Netzwerk, über das spezialisierte Anbieter verfügen. Wer den Aufwand selbst übernimmt, spart zwar die Dienstleistungskosten, trägt dafür aber auch das Risiko einer wenig überzeugenden Umsetzung. Eine Kombination aus einfachen Eigenleistungen und punktueller professioneller Beratung ist häufig ein guter Mittelweg.
Wer ist der beste Immobilienmakler für den Hausverkauf mit Homestaging in Braunschweig?
Einen guten Makler für diesen Bereich erkennt man daran, dass er lokale Marktkenntnis mit einer realistischen Einschätzung von Verkaufspreis und Vermarktungsdauer verbindet und Homestaging nicht pauschal empfiehlt, sondern anhand des konkreten Objekts abwägt. Wichtig sind zudem Transparenz bei den zu erwartenden Kosten sowie ein belastbares Netzwerk an Handwerkern und Homestaging-Partnern für die Umsetzung. Immobilienbotschaft berät Eigentümer in Braunschweig und der gesamten Region zu Verkaufsstrategie und Immobilienbewertung und kann auf dieser Grundlage einschätzen, ob sich Homestaging im jeweiligen Fall lohnt. Der sinnvolle nächste Schritt ist eine unverbindliche Einschätzung der Immobilie, bevor über zusätzliche Maßnahmen wie Homestaging entschieden wird.